Verfahrensablauf

Zunächst übersenden wir Ihnen ein Gedächtnisprotokoll, das auch auf unserer Homepage im Online-Bereich abrufbar ist. Dieses bitten wir Sie möglichst vollständig auszufüllen und an uns zu übersenden. Wir prüfen dann, ob Ihr Fall unserer Erfahrung nach Aussicht auf Erfolg hat und erläutern Ihnen dies gerne in einem mündlichen Gespräch.

Übrigens haben Sie die Möglichkeit, über einen vom Medizinrecht-Beratungsnetz ausgestellten Beratungsschein eine kostenlose Erstberatung bei uns im Arzthaftungsrecht in Anspruch zu nehmen. Geben Sie dort an, dass Sie eine Beratung unserer Kanzlei wünschen. Verfügen Sie über eine Rechtsschutzversicherung, stellen wir dieser die für die Erstberatung übliche Erstberatungsgebühr in Rechnung. Wird der Fall weiterverfolgt, so wird diese Erstberatungsgebühr auf die dann entstehende Geschäftsgebühr angerechnet. Sollten Sie dagegen nicht rechtsschutzversichert sein, kostet Sie die Behandlung Ihrer Sache bis zu unserer Ersteinschätzung gar nichts.

Als nächstes ist es unumgänglich, dass wir uns einen vollständigen Überblick über die ärztlichen Behandlungsunterlagen der beteiligten Ärzte bzw. Krankenhäuser machen können. Ärzte bzw. Krankenhäuser sind verpflichtet, die Behandlungsunterlagen herauszugeben. Hierfür ist allerdings die Erteilung einer außergerichtlichen Vollmacht sowie die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht erforderlich.

Nun muss man sich darüber Gedanken machen, wie das Verfahren finanziert werden soll. In der Regel dauern arzthaftungsrechtliche Streitigkeiten mehrere Jahre lang und sind höchst komplex. Auch ist der Gegenstandswert oft hoch und liegt nicht selten im 6-stelligen Bereich, da neben dem reinen Schmerzensgeld auch andere Schadenspositionen (z. B. Haushaltsführungsschaden, Verdienstausfallschaden) einzubeziehen sind. Viele Patienten ohne eine Rechtsschutzversicherung scheuen sich daher aus Angst vor den Kosten der Rechtsvertretung und suchen einen Fachanwalt für Medizinrecht gar nicht auf. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Zum einen besteht seit dem 1. Juli 2008 die Möglichkeit, in derartigen Fällen ein Erfolgshonorar zu vereinbaren, d. h. die anwaltliche Vergütung bemisst sich nach dem Erfolg, den der Anwalt erzielt. Diese sog. win-win-Lösung win (engl.) bedeutet gewinnen, d.h. sowohl Sie als auch der Anwalt profitieren davon, wenn der erstrebte Erfolg eintritt wird von vielen unserer Mandanten geschätzt. Alternativ besteht die Möglichkeit der Prozessfinanzierung über einen Prozessfinanzierer, der jedoch im Erfolgsfall weit höhere Erfolgsprämien als bei einem Erfolgshonorar für sich verbucht.

Sind Sie gesetzlich versichert, besteht die Möglichkeit der kostenlosen Einholung eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) über Ihre Krankenkasse. Andernfalls empfehlen wir, ein Gutachten über einen neutralen Privatgutachter einzuholen. Die Einschaltung der Gutachtensstelle bei einer Landesärztekammer können wir nicht empfehlen, obwohl hier ebenfalls ein kostenloses Gutachten erstellt wird. Grund hierfür ist, dass die Gutachten von der Berufshaftpflichtversicherung des Arztes bzw. der Krankenkasse bezahlt werden müssen und diese daher auf die Auswahl eines ihr gewogenen Gutachters Einfluss nehmen kann.

Ist ein Gutachten für Sie positiv, so schreiben wir die Berufshaftpflichtversicherung des Arztes bzw. Krankenhauses an und versuchen, das Verfahren außergerichtlich einer Einigung zuzuführen. Die außergerichtlich erzielten Einigungen sind der Höhe nach für den Patienten auch nicht geringer als die gerichtlich ausprozessierten Entscheidungen, allerdings deutlich kostengünstiger und Nerven schonender.

Von der Einleitung strafrechtlicher Schritte gegen die Ärzte wegen fahrlässiger Körperverletzung bzw. fahrlässiger Tötung sehen wir in der Regel ab, weil ohnehin 99 % aller Strafverfahren gegen Ärzte in Deutschland eingestellt werden, da im Strafrecht („in dubio pro reo“) ein anderer Bewertungsmaßstab hinsichtlich der Beweislast als im Zivilrecht besteht. Ein existentes negatives Gutachten wird jedoch von der gegnerischen Versicherung häufig zitiert, so dass man sich in einem Zivilverfahren dann darüber auseinander setzen muss, warum deren Aussagen zum Behandlungsfehlervorwurf hier nicht relevant sind.


Rechtsanwalt Dr. Marcel Vachek ist einer der wenigen von der Rechtsanwaltskammer München zugelassenen Rechtsanwälte in Bayern, denen der Titel als Fachanwalt für Medizinrecht verliehen wurde. Er war sogar bei Einführung der neuen Fachanwaltsbezeichnung der 1. Fachanwalt für Medizinrecht in Niederbayern und ist somit als ausgewiesener Spezialist im Arzthaftungsrecht mit der Beurteilung medizinischer Unterlagen bestens vertraut. Regelmäßige Vorträge und Veröffentlichungen im Medizinrecht weisen ihn weiter aus.


Dr. Vachek vertritt im Arzthaftungsrecht ausschließlich die Patientenseite in Bayern vor allem im Raum Niederbayern, d. h. in Passau (Kanzleisitz), Deggendorf, Landshut, aber auch Regensburg, Nürnberg und München (Zweigstelle der Kanzlei), Ingolstadt und Augsburg. Wichtige Fälle werden auch bundesweit vertreten.

Zudem ist er überregionaler Vertrauensanwalt des Medizinrecht-Beratungsnetzes. Übrigens haben Sie die Möglichkeit, über einen vom Medizinrecht-Beratungsnetz ausgestellten Beratungsschein eine kostenlose Erstberatung bei uns im Arzthaftungsrecht in Anspruch zu nehmen.

Mitglied bei:

       

Rechtsanwalt Johannes M. Fiedler ist als Fachanwalt für Medizinrecht  ebenfalls ausschließlich auf Patientenseite im Arzthaftungsrecht tätig und Spezialist insbesondere für die Zahnarzthaftung. Dr. Sabina Eichel absolviert gerade ihren Fachanwaltskurs für Medizinrecht.

 
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